Die Geschichte des Casinò di Campione

Das Casinò di Campione verfügt über eine ganz besondere Geschichte. Es wurde im Jahr 1917, also mitten im ersten Weltkrieg, errichtet, um Informationen von ausländischen Diplomaten zu sammen.

Aber beginnen wir von vorne: Campione selber ist bereits ein ganz besonderer italienischer Ort, es handeltsich nämlich um eine Exclave, die sich mitten im Schweizer Staatsgebiet befindet. Große Berühmtheit erlangte der Ort tatsächlich durch die Errichtung des luxuriösen Casinos während des ersten Weltkrieges. Das Casino war damals sozusagen neutraler Boden, wo Diplomaten zusammenkommen konnten, es wurde aber auch genutzt, um Spionageaktivitäten zu verschleiern. Seine außergewöhnliche Lage und die entspannte Atmospäre sorgten dafür, dass hohe Beamte gewillt waren, geheime Dokumente und Informationen zu tauschen.

Das ursprüngliche Gebäude wurde vom Architekt Amerigo Marazzi geplant, die Innenausstattung wurde vom maler Girolamo Romeo entworfen.

Das Casino zeigte sich großer Beliebtheit, wurde aber bereits nach zwei Jahren wieder geschlossen. Erst im März 1933 wurde es von Mussolini wieder eröffnet, der das arme Fischerdorf am Luganersee in eine italienische Mustergemeinde verwandeln wollte. Über die Jahre wurde das Casiono zu einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren ind er Region, nicht zuletzt deswegen, weil auch immer wieder große Shows und Events ausgetragen wurden.Image result for Casinò di Campione viele Prominente

Jahr für Jahr zog das Casinò di Campione viele Prominente, Interlektuelle und internationale Stars an. Modeschauen, Pop-, Jazz- und Rockkonzerte begeisterten das Publikum.

Das Casinò di Campione ist das größte Casino Europas. Das Gebäude wurde für knapp 60 Millionen Schweizer Franken im Jahr 2007 neu erbaut, gestaltet wurde es von jenem Architekt, der in der Schweiz für zahlreiche bekannte Bauwerke zeichnet, Mario Botta.

Im Jahr 2018 musste das Casinò di Campione Konkurs anmelden, nachdem sich durch den schwachen Schweizer Franken gegenüber dem Euro Verluste in der Höhe von 132 Millionen Euro angesammelt hatten. Dadurch verloren 500 Angestellte des Casinos und 200 Angestellte der Gemeinde ihren Job und der Gemeinderat erkärte die Gemeinde für zahlungsunfähig. Grund ist, dass das Casino zu 100 Prozent der Gemeinde gehört, was sie zwischenzeitlich zu einer der reichsten Gemeinden Italiens machte. Aufgrund der gesetzlichen Lage kann eine neue Spielbank erst im Jahr 2023 wieder eröffnet werden.

Der besondere Status von Campione reicht bis zum Jahr 777 zurück, indem der langobardische Herrscher Toto von Camione das Gebiet dem Kloster San’t Amborgio, das sich in Mailand befindet, vermachte. Es sollte 1020 Jahre in dessen Besitz bleiben.

Im Jahr 1861 wurde die Lombardeiund somit auch Campione Teil des Königreichs Italien, im gleichen Jahr wurden die Grenzen zwischen der Schweiz und Italien neu vereibart, was besagte, dass die Grenze direkt durch die Mitte des Luganer Sees verläuft. Dies hatte zur Folge, das Campione zu einer italienischen Exclafe wurde, die vom Schweizer Kanton Tession umgeben ist. Campione erhielt allerdings freien Zugang auf den Schweizer Markt und ist auch wirtschaftich stark in die Schweiz integriert.

So wird in Campione beispielsweise der Franken als Hauptwährung beuntzt. Außerdem profitiert der Ort von speziellen Regelungen für Italiener auf Schweizer Gebiet.

Campione hat auch einen besonderen zollrechtlichen Status. Der Ort gehöhrt nämlich gemäß dem Zollkodex der EU einerseits nicht dem Zollgebiet der Europäischen Gemeinschaft an, andererseits gehört der Ort aber zur EU.