Erich Maria Remarque und sein Buch „Im Westen nichts Neues“

Kaum ein anderes Buch aus der Zeit erlangte solche Berühmtheit wie der Roman „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque. Der Roman, der in der Weltliteratur als ein Klassiker gilt, erzählt die erschreckende Geschichte des Ersten Weltkrieges aus der Perspektive eines jungen Soldaten. Eine Geschichte, die grausam, abschreckend, reflektierend und zum Teil ironisch-humoresk die schreckliche Zeit des Krieges dokumentiert. Veröffentlicht wurde der Roman 1928. Er erreichte nach elf Wochen eine Auflage von über 450.000 Exemplaren. Das Buch ist in über 50 Sprachen verfügbar. Es gibt bisher mehr als 20 Millionen verkaufte Exemplare, ein Rekord für ein deutschsprachiges Buch.Image result for Erich Maria Remarque und sein Buch „Im Westen nichts Neues“

Über den Autor Erich Maria Remarque

Der Autor Erich Maria Remarque wurde 1898 in Osnabrück geboren. Nach der Volksschule besuchte er das katholische Lehrerseminar. 1916 zog ihn das Militär als Soldat in den Ersten Weltkrieg ein. 1917 kam er an die Westfront. Nachdem er sich verletzt hatte, verbrachte er die restliche Zeit des Krieges in einem Krankenhaus in Duisburg. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Lehrer. Danach war er Anfang der Zwanzigerjahre für eine Werbeagentur in Hannover sowie als Redakteur der Zeitschrift „Sport im Bild“ tätig.

Die Erlebnisse im Krieg hatten ihn so geprägt, dass er beschloss, seine Erfahrungen in einem Buch niederzuschreiben und zu verarbeiten. Als überzeugter Pazifist nahm er darin Stellung gegen Krieg und Militär. Mit seinem Roman „Im Westen nichts Neues“ wurde er 1928 / 29 weltberühmt. 1930 verfilmte Lewis Milestone die Geschichte und machte aus ihr einen Hollywood-Klassiker.

Für die Nationalsozialisten war Erich Maria Remarque jedoch ein Dorn im Auge. Sie erkannten ihm 1938 die deutsche Staatsbürgerschaft ab. Nach seiner Emigration in die Schweiz landete er in den USA und erhielt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er erfuhr dort als Autor auch Anerkennung. Schließlich bekam er 1931 für sein Werk den Friedensnobelpreis.

Sein Buch “Im Westen nichts Neues”

Das Buch „Im Westen nichts Neues“ handelt von den Kriegserfahrungen Remarques. Außer seinen eigenen Erfahrungen verarbeitet er in seinem Roman die Erzählungen von verwundeten Soldaten, die er kennenlernte, als er verletzt im Lazarett lag. Einiges stammt aus seinen Tagebucheinträgen aus dem Jahr 1918. Andere Abschnitte aus dem Buch über die Kriegsjahre 1914-1918 sind frei erfunden. In seinem Werk betont Remarque die Traumatisierung der Menschen und Soldaten durch den Krieg. Er schreibt von der „Lost Generation“, der Generation, die durch den Krieg zerstört wurde. Kritik übte Remarque am Mythos der Kameradschaft, die zur damaligen Zeit unter Soldaten als unentbehrlich galt und sowohl Motivation als auch Kriegsbegeisterung nährte. Dramatisch schwindet in der Geschichte die Hoffnung auf Rettung – entsprechende Szenen spielen sich dabei ab. Der Autor schildert im Detail die menschenverachtenden Folgen von Gewaltherrschaft, Unterdrückung und Exil.

Osnabrück und Erich Maria Remarque

Die Stadt Osnabrück überreichte Erich Maria Remarque zu seinem 65. Geburtstag die Justus-Möser-Medaille. Einige Jahre später erhielt er das Bundesverdienstkreuz. In der Stadt Osnabrück finden sich noch heute Spuren des berühmten Autors. So gibt es alle zwei Jahre eine Preisverleihung für literarische, journalistische und wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit dem Thema Frieden beschäftigen. Die Preisträger erhalten den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis. Darüber hinaus gibt es in der Stadt das Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum. Dort befindet sich ein großes Archiv mit Dokumenten über das Leben und Wirken des berühmten Autors.