Das Casino Portorož und seine Geschichte

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Das Casino Portorož hat seine Existenz in erster Linie dem Salz zu verdanken, denn das war es, was den Ort zu einem beliebten Kurort machte.

Portorož ist schon seit dem 13. Jahrhundert ein Kurort. Schon die Mönche des Klosters St. Lorenz verstanden es, mit Sole und Meerwasser zu heilen. Die besondere Heilwirkung zeigte sich bei Rheuma, Skrofulose, Wassersucht, Fettleibigkeit sowie bei der Wundheilung.Image result for Das Casino Portorož und seine Geschichte

Auch das wohltuende Klima sowie die heilsamen Wirkstoffe aus den 700 Jahre alten Salinen von Secovlje haben dazu geführt, dass Portorož eine sehr lange Tradition im Kurtourismus pflegt.

Nicht umsonst wurde Portorož im Jahr 1897 durch das Innenministerium des Kaiserreichs Österreich zum Kur- und Seebad erklärt. Neben Opatija und Grado entwickelte sich Portorož so zu einem der elegantesten Seebäder an der österreichischen Riviera.

Im Jahr 1913 wurde das Grand Casino Portorož eröffnet, um den Kurgästen eine besondere Attraktion zu bieten. Die ausgelassene Stimmung sollte aber nicht allzu lange andauern. Das Casino wurde bereits im Ersten Weltkrieg wieder geschlossen und stand erstmals für einige Jahre leer. Nach dem Krieg wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen, bis es im Zweiten Weltkrieg abermals zur Schließung kam. Zum Teil fungierten die Gemäuer des Casinos als Unterkunft für Flüchtlinge aus dem Süden des ehemaligen Jugoslawiens, die der Hungersnot zu entkommen versuchten. Das Kuriose ist, dass ein Raum des Casinos sogar als geheime Moschee für die muslimische Flüchtlingsbevölkerung diente, die sich nun im katholischen Slowenien aufhielt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Casino nicht wieder seinem ursprünglichem Zweck zugeführt. Noch lange diente es als Flüchtlingsunterkunft und ab der Vereinigung von Jugoslawien wurde das Casino als islamisches Zentrum genutzt. Neben Moschee-Räumlichkeiten waren darin auch eine Islamschule und ein muslimischer Kulturtreff untergebracht. Die Zuwanderer aus Bosnien waren froh, im streng katholischen Slowenien wenigstens einen Ort zu haben, wo sie ihren Glauben ungestört ausleben konnten.

Erst während des blutigen Jugoslawienkrieges wurde die muslimische Bevölkerung auch aus Slowenien wieder vertrieben und das Casinogebäude stand für einige Jahre leer. Als nach Ende des Krieges und dem Zerfall von Jugoslawien der Tourismus in der Region langsam wieder anzog, wurde auch das Grand Casino komplett restauriert und strahlt seither noch prachtvoller denn je. Auch wenn es Portorož nicht mehr gelungen ist, ganz an seine glanzvollen Zeiten als Kurort während der K&K-Monarchie anzuschließen, so ist die Stadt an der Adria dennoch wieder zu einem beliebten Urlaubsziel, besonders auch für die deutschsprachige Bevölkerung, geworden.

Das Grand Casino Portorož hat in den letzten fünfzehn Jahren wieder einen großen Aufschwung erlebt, nicht zuletzt deswegen, weil es im Nachbarland Italien aufgrund des strengen Glücksspielgesetzes nur wenige Casinos gibt. Im benachbarten Kroation ist das Glücksspiel ohnehin ganz verboten, weshalb es besonders viele Spielfreunde aus diesen beiden Ländern ins Grand Casino Portorož zieht.

Portorož profitiert aber auch von seiner günstigen Lage von Touristen aus Deutschland und Österreich. Die Stadt ist seit jeher ein beliebter Ausgangspunkt für Segeltörns an der Adria, viele Österreicher und Deutsche haben ihr eigenes Boot in der Marina von Portorož liegen. Dieses zahlungskräftige Publikum verbindet seinen Urlaub gerne mit einen Casinobesuch, weshalb das Casino sogar spezielle Sailing-Packages anbietet.